In einem zeitlosen Märchen geht es um Resilienz – auch wenn das Wort nie fällt, sondern immer von Weisheit die Rede ist. Diese Weisheit ist aber keine abgehobene, die sich der Erkenntnis tiefer Geheimnisse rühmt. Es geht um Alltägliches, aber für die innere Ruhe und die Achtsamkeit nicht minder Wichtiges.

Gehen Sie mit dem namenlosen Erzähler und mit der geheimnisvollen Elsa durch den Degrieschenwald und lassen Sie sich von mystischen Geschichten verzaubern und resilienter machen für das, was kommen mag.

Es ist nicht mehr zu leugnen: Unsere Welt ist aus den Fugen geraten – politisch, gesellschaftlich und ökologisch. Die Zeiten sind bedrohlich geworden, und das nicht mehr abstrakt, sondern ganz konkret. Uns drängen sich unweigerlich Fragen auf: Wie geht es weiter? Steht die Apokalypse vor der Tür? Und vor allem: Was ist zu tun?

In dieser Episode der Geschichten aus dem Degrieschenwald stellen sich der namenlose Wanderer und seine Freundin, die weise Elsa, diesen Gedanken und den Ängsten, die sie auslösen. 

Buchcover von "Degriesch 3: Wo die Grünkraft wohnt", von Hans-Josef Fritschi

Hildegard von Bingen gilt vielen als die Naturheilkundige des Mittelalters und Hüterin eines verloren gegangenen Wissens um Heil und Heilkunst. Das stimmt zu einem gewissen Teil, engt das Werk dieser faszinierenden Frau aber auch ein. Medizin spielt bei Hildegard eine wichtige Rolle, allerdings immer nur eingebettet in eine umfassende Gesamtschau von Kosmos, Gott und Mensch. Eine zentrale Rolle hierbei spielt das Konzept der Viriditas, der Grünkraft. Erst wenn man dieses verstanden hat, kann man die Anweisungen und Rezepte der Heiligen richtig einordnen.

Diese Episode der Geschichten aus dem Degrieschenwald nimmt Sie mit zur weisen Frau Elsa, die sich tief im Wald ein Hildegard-Gärtlein angelegt hat. Bei einem Besuch führt sie ihren Freund, den namenlosen Wanderer, durch diesen Garten und die Welt der Visionen und Ideen von Hildegard von Bingen. Dabei stoßen sie auf wenig bekannte Rezepte und die Antwort auf die Frage, warum Hildegard gerade für die chaotische Welt des 21. Jahrhunderts wichtig ist.   

Buchcover von: "Degriesch 4 - Komm, lass dir was erzählen!" von Hans-Josef Fritschi

In der Poesie zeigt sich die Kraft der ästhetischen Worte. Poesie klingt, rührt an und bringt die Seele in Schwingung. Diese Schwingung aber kann heilsame Wirkungen haben, vor allem für eine leidende Seele. Ob Gedichte, Sinnsprüche oder Geschichten: Poesie kann Wunden heilen, die der Verstand schlägt, wie der romantische Dichter Novalis sagt. Das weiß auch Elsa, die weise Frau aus dem Degrieschenwald. Sie trifft sich häufig mit ihrem Freund, dem namenlosen Wanderer. Gemeinsam begeben sie sich auf mystische Reisen durch den zauberhaften Wald.

Dabei ist allein die Umgebung schon eine Poesie für sich. Der Wanderer schreibt das, was ihm bei seinen Besuchen begegnet, auf, und spürt beim Schreiben: Die Worte, die ihn finden, kommen aus einer Sphäre, wo die poetische Heilkunst wohnt. In diesem Büchlein gibt er einen Einblick in sein Tagebuch der poesietherapeutischen Waldspaziergänge.

Für Novalis, den großen Poeten der frühen Romantik in Deutschland, hatte die ästhetische Sprachkunst ein hehres Ziel: Poesie ist die große Kunst der Konstruktion der transzendentalen Gesundheit. Der Poet ist also der transzendentale Arzt. Gesundheit bedeutete für ihn nichts weniger als ein Leben in körperlicher, seelischer und transzendenter Ganzheit in Einheit mit Welt und Schöpfung. Da die Gesellschaft in dieser Hinsicht aber dauerhaft krank ist, bedarf sie eines umfassenden Heilmittels – der Poesie.

Um dieses Thema kreist das Gespräch, das die weise Frau Elsa und der namenlose Wanderer bei ihrem Zusammentreffen im mystischen Degrieschenwald führen. Elsa ist der Lyrik zugeneigt und schreibt seit Jahren selbst Gedichte. Den Wanderer interessieren Fragen nach der Wirkung poetischer Sprache auf eine am Leben und seinen Widrigkeiten leidende Seele. Schließlich gibt ihm Elsa die Hefte mit ihren verfassten Gedichten mit dem rätselhaften Verweis auf drei Begriffe: Licht, Musik und Schweigen …

 

Weitere Titel:

Eine ganze Nacht unterm Sternenzelt, von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Den grandiosen Reigen der Himmelslichter verfolgen und berührt werden. Da geht das Herz auf. Das Herz, das im Tagesgewirr unserer unruhigen, unguten und unvorhersehbar gewordenen Zeiten in Ängsten liegt. Ängste, die sich spiegeln in den Sternen, zu denen wir hinaufsehen. Selbst dort lassen sie uns nicht los. Doch im funkelnden Firmament vernehmen wir auch Geschichten vom Schönen und vom Gutwerden. Vom Hoffen und vom Liebgewinnen. Sie können uns aufrichten, wenn wir uns um ein Licht zusammensetzen und gemeinsam horchen. Und dann inspiriert aufstehen und dem Guten ein Werkzeug werden. Die Sterne vom Himmel holen. Zumindest ihr Licht. Unsere Welt braucht es. Dringend.

Der libanesisch-amerikanische Dichter, Maler, Mystiker und Philosoph Khalil Gibran (1883–1931) gilt als Wanderer zwischen den Welten. Er war ein Versöhner der westlichen und östlichen Art zu denken, zu fühlen und zu handeln – und zwischen Christentum und Islam. 

Seine Werke sind gerade in unserer Zeit der Desorientierung, psychischen Überempfindlichkeit und spirituellen Heimatlosigkeit Wegweiser zu innerer Ruhe und Sinnfindung im Leben.